Sicherer Schutz vor Hochwasser mit RACO Elektrozylindern

Verstellung der Stauklappen des neuen Verteilerwehrs in Döbeln

Vier Hochleistungs-Elektrozylinder von RACO sind Teil der neuen Hochwasserschutzanlage im sächsischen Döbeln, die am 04.08.2016 in Betrieb genommen wurde. Sie übernehmen die wichtige Aufgabe der Verstellung der beiden Wehrklappen am neuen Schlossbergwehr an der Freiberger Mulde. Kraftvoll und sicher steuern sie den Wasserdurchfluss und gewährleisten damit zukünftig auch im Falle schweren Hochwassers wie im Jahr 2002 den Schutz der Stadt vor Überflutung. Das aufwändige Bauprojekt in Döbeln bezog seit seinem Beginn im Jahr 2009 zahlreiche Gewerke mit ein. Besonders bei der Installation der Wehrklappen war logistisches Geschick und Termintreue gefragt und RACO überzeugte als kompetenter Zulieferer und Projektpartner.

Hochwasserkatastrophe gab Anlass zur Optimierung

Das Hochwasser im August 2002 traf Döbeln schwer. Die Stadt, gelegen auf einer Insel und eingerahmt vom Gewässer der Freiberger Mulde, verzeichnete Wasserstände von bis zu 3,5 Metern über dem üblichen Stand. Rund 310 Hektar wurden überflutet, das Wasser zerstörte zahlreiche Gebäude, Anlagen und Verkehrswege. Der Schaden belief sich insgesamt auf ca. 60 Millionen Euro.

Die Landestalsperren-Verwaltung des Freistaates Sachsen setzte in den folgenden Jahren ein Projekt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes auf. Eingehenden topographischen Messungen folgten eine Simulation des Ernstfalls und eine zweidimensionale hydraulische Modellierung des gesamten Planungsgebietes. So wurde bestätigt, dass die bestehende Wehranlage mit ihrer Breite von knapp 6 Metern einem Hochwasser im gesehenen Ausmaß nicht Stand halten konnte. Auf dieser Grundlage wurden der Neubau und die Neugestaltung der umfangreichen Schutzmaßnahmen beschlossen.

Veränderte Wasserführung für garantierten Schutz

Im Juni 2009 begannen die Bauarbeiten für das neue Verteilerwehr. Mit einer Breite von etwa 50 Metern ist es heute das größte Klappenwehr in Sachsen. Rund 5,5 Millionen Euro kostet die Anlage, die Kernelement des Hochwasserschutzes in Döbeln und weiteren Orten entlang der Freiberger Mulde ist. Das neue Verteilerwehr ist anders im Fluss positioniert als die alte Stauklappe: Bei normalem Wasserstand wird der Hauptanteil vom Fluss der Freiberger Mulde durch den nördlichen Flussarm geführt. Nur in der Mitte des Flussbettes des südlichen Arms fließt in diesem Fall ein geringer Anteil Wasser. Bei Hochwasser soll der südliche Arm, die sogenannte Flutmulde, das Wasser über das Wehr abführen – rund zweidrittel der Wassermassen werden dann hierher geleitet. Auch der Wasserlauf hinter der Wehranlage wurde zu diesem Zwecke deutlich verbreitert.

Große Hubkräfte und mechatronische Feinabstimmung

Um im Ernstfall die enormen Wassermassen leiten zu können, sind große RACO Hochleistungs-Elektrozylinder im Einsatz mit Hubkräften von jeweils bis zu 805 kN. Die robusten Elektrozylinder sind mit einem besonderen Korrosionsschutz für den Stahlwasserbau sowie weiteren Ausstattungen versehen, die eine lange Einsatzdauer bei den vorgegebenen Bedingungen garantieren. Hoch-effizient benötigen die Zylinder nur im Einsatzfall Energie. Eine Haltebremse arretiert die Stellantriebe sicher in ihrer jeweiligen Position und bietet auch Schutz bei Energieausfall. Für die manuelle Betätigung kann im Notfall ein Handrad adaptiert werden.

Die gleichmäßige Verstellung der jeweils circa 20 Meter breiten und 28 Tonnen schweren Wehrklappen erfordert besondere mechatronische Feinabstimmung: An dem Konzept für die Steuerung der Gesamtanlage war Fa. RACO ebenfalls mit Ihren Leittechnikern beteiligt. Jeweils zwei Elektrozylinder arbeiten im Gleichlauf um eine Wehrklappe zu bewegen. Die Mikro-PLC der RACOmatic® verfügt über ein Volltextdisplay und beinhaltet bereits die Vor-Ort-Steuerung, die sich in den Schaltschränken neben der Gangway über den Stauklappen befindet. Von dort wird die Kommunikation zur Leitwarte in dem Technikhaus hergestellt. Diese Steuerung besitzt eine Visualisierung zur Bedienung der kompletten Wehranlage und verfügt über ein Notstromaggregat.

Logistische Herausforderung für die Projektpartner

Die Anlieferung und Installation der gewaltigen Wehrklappen erforderte eine besondere logistische Abstimmung und gute Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten Firmen. Der präzisen Planung und Arbeiten im Vorfeld folgte die Anlieferung der ersten Klappe per Tieflader am 30. Juni 2015. Am selben Morgen schon war ein 400 Tonnen-Kran in Position gebracht worden. Die Wehrklappe wurde an Stahlseilen befestigt in die Aufnahmeöffnung im Betonkörper gehoben. Danach erfolgte die Montage der Elektrozylinder auf die bauseits präparierten Lagerstellen. Für die Adaption an die Wehrklappe wurden die Elektrozylinder mittels einer provisorischen Vor-Ort Steuerung angesteuert, sodass der Bolzen durch den Gabelkopf mühelos eingesetzt werden konnte. Der elektrische Anschluss sowie die Steuerung wurden von einem RACO-Mitarbeiter begleitet und überwacht.

Der Prozess wiederholte sich am 15. März 2016 als die zweite Wehrklappe angeliefert und eingesetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Parteien bereits routiniert in der Durchführung.

Für den Ernstfall bestens gewappnet

Das neue Verteilerwehr in Döbeln wurde am 04.08.2016 in Betrieb genommen. Jetzt stehen noch der Neubau von Straßen und Brücken in der Stadt und angrenzenden Gebieten an. Insgesamt sind für Döbeln ca. 7,5 Kilometer Mauern und Deiche vorgesehen.

 


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